Impressionen aus dem Leben eines Genies
Verehrte Leserschaft, Sie haben hier den Blog eines Stars, eines der ganz großen Talente im deutschen Blogbusiness vor sich. Sie lesen den Blog des berühmten Maestro Boisseree, auch "Der große Weise" genannt.
Woher diese ungeheuerliche Selbstbeweihräucherung und der narzisstische Einleitungssatz? Leuute, ich habs geschafft. Spox-Blogschau Alter ey!
So, zurück zum Ernst und den wesentlichen Themen des täglichen Lebens. Die da für mich momentan wären: Wie sehr wird das Schlussshopping ausarten? Wie lange willst du täglich in Florida in der Sonne liegen? Wie bewertest du dieses USA-Jahr und wie überstehe ich die letzten Tage bis zur neuen Bundesliga/Pokal-Saison?
Die Fragen sind eigentlich alle recht simpel und die Antworten auch gut erträglich.
Ich werde mein großzügiges Budget ausgeben, auch wenn ein Großteil wohl für Mitbringsel draufgehen wird, um auch die wichtigsten Leute in meinem Leben zufrieden zu stellen. Letztlich wird es dann aber hoffentlich ausreichen, um meinen Kleiderschrank nach gefühlten Jahrzehnten mal komplett neu einzurichten.
In Florida werde ich nichts anderes tun als in der Sonne zu liegen, die in diesen 5 Tagen in völligem Überfluss auf den wunderbaren Bundesstaat der USA scheinen wird. Ich werde meinen Astralkörper nur zum Burger- und Bier holen und vielleicht für 3 Stunden Hochseefischen aus dem Liegestuhl erheben. Das muss dann aber auch wirklich reichen. Dieser letzte Urlaub meines Auslandsjahres wird von Nostalgie geprägt sein und ich werde mein zweites Zuhause nochmal in vollen Züge genießen bevor ich wohl längere Zeit nicht mehr in den Genuss von weißen Sandstränden, Sumpfgebieten und dem tollsten Gastvater der Welt wo gibt kommen werde. Ich erwähnte gerade schon mal das Wort "Nostalgie". Seitdem klar war, dass ich für 12 Monate nach Michigan gehen werde, war auch klar, das mich mein letzter Urlaub wieder dorthin bringen wird, wo vor ziemlich genau 4 Jahren der Wunsch eines US-Auslandsjahres erwachte. Einen großen Anteil daran hält mein ehemaliger Gastvater und heutiger Freund Ken, der mich 2006 während meiner Sprachreise in Fort Lauderdale aufnahm. Seitdem hat es mich insgesamt 4 Mal zur Rückkehr in den Sunshine-State getrieben, da die Kombination aus Gastfreundschaft und einer paradiesischen Region einfach zu verlockend war. Nun also ein letztes Mal South Florida, bevor es 2 Wochen später zurück ins Ruhrgebiet geht. Ein sehr gelungener Abschluss eines... Auslandsjahres.
Was uns umgehend zur einzigen Frage bringt, die ich heute noch offen lassen möchte. Zu sehr wiegen sich negative Erlebnisse mit positiven auf, zu sehr bin ich noch selber damit beschäftigt zu bewerten, wie ich diese 12 Monate USA nun finden soll. Deshalb verschiebe ich das Thema erstmal auf unbestimmte Zeit, die Antwort werde ich euch aber garantiert nicht vorenthalten.
Während ich heute die Homepage für unseren Fanclub endlich geupdated habe, überkam mich dann wieder einmal der dringliche Wunsch, schon morgen wieder mit Borussia Dortmund durchs Land zu fahren.Womit wir zum wichtigsten Thema des heutigen Beitrags zur Völkerverständigung (also meines Blogs) kommen. So wie ich weiß, dass es am heutigen Tag nur noch 21 Tage bis zum Abflug nach Deutschland sind, weiß ich, dass es auch "nur noch" 29 Tage bis zum ersten Pflichtspielauftritt der Borussia sind. Der sympathische BVB-Anhänger in Deutschland wird jetzt den Kopf schütteln, stöhnen und "sooo lange noch" seufzen und ich bin geneigt es ihm nach zu tun. 29 Tage, dat sind fast 1 Monat. Aber meine Situation ist da natürlich eine Andere. Nach 11 Monaten ohne richtigen Fußball erscheinen 29 Tage sooo nah und erreichbar. Ich bin fast geneigt jegliches Mitgefühl mit den leidenden Borussen in der Heimat zu vergessen und der Fifa zu danken, dass dieses Jahr WM war und der Saisonstart deshalb etwas später stattfinden wird. Wenig hätte mich mehr "angepisst" als beim ersten Saisonspiel der "Comeback"-Saison 10/11 noch in den Staaten zu hocken. So stehe ich momentan lediglich vor der Frage: Wie komm ich am 14.8. in Anbetracht des engen Zeitfensters, schließlich komme ich erst Freitagsabends um 23 Uhr aus Kopenhagen zurück, nach Niederbayern? Das wird alles etwas eng und stressig, doch Borussia wird mir schon den Weg nach Burghausen weisen und ich am Ziel meiner zwölfmonatigen Träume sein, sobald ich wieder im Block stehe und das erste Loblied auf den Ballspielverein singen kann. Amen!
Jetzt ist erstmal Wochenende, ich habe Lust heute Abend den Kühlschrank vom Bierinhalt zu befreien und mir dann morgen einen sehr schönen Tag an einer der angeblich schönsten Ecken Michigans zu machen. Mackinac Bridge heißt das Ziel der 3-stündigen Tour gen Norden bevor am Montag dann einer meiner letzten 12 Arbeitstage ansteht.
Alles Bestens hier drüben, ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Euer Clemens
Wann geht es endlich weiter?
Ich stelle gerade fest: 1 Monat Pause reicht! Und zwar völlig! Ich bin auf Entzug und selbst die langsam aufkommende WM-Freude kann das nicht wirklich überdecken. Ich freue mich so unfassbar nächstes Jahr endlich wieder im Westfalenstadion zu stehen, Auswärts zu fahren und vor Ort und mit meinen Leuten diese Emotionen die mir nur Borussia geben kann auszuleben.
Da gibt’s nur dieses Problem, dass es bis zum Bundesligastart noch über 2 Monate sind. Im Prinzip kein Problem, bin ich doch selber noch knapp 2 Monate im Land von Football, Baseball und schlechtem Bier. Doch da ist diese Befürchtung, dass meine persönliche Sommerpause sogar NOCH länger als sie eh schon ist wird. Ausgerechnet das erste Pflichtspiel der Saison und gleichzeitig das erste Pflichtspiel nach meiner Rückkehr wird uns nach Burghausen,Niederbayern führen. Das ist ein meinen Augen eine Bestrafung und pure Schikane!
Ich mein: Da bin ich 12 Monate weg, dann komm ich zurück und das erste Spiel nach meiner Rückkehr am Freitagabend, findet irgendwo in Österreich statt. Wahrscheinlich noch freitags oder sonntags, so dass ich mir das Ganze total knicken kann, da ich ja montags dann schon zum Praktikum bei den Ruhrnachrichten antreten darf. Wieso nicht ETB, Verl, Münster oder wenigstens Ahlen? Wieso das mit Abstand weiteste Ziel? Die Saison wird doch so schon teuer und anstrengend genug, da muss man doch nicht direkt so hammerhart einsteigen!
Oder ist diese Auslosung etwa Schicksal? Vorausdeutung? Wollen die Terminplaner von Bundesliga, DFB und UEFA mir sagen: Clemens, du wirst es diese Saison nur über unsere Leichen schaffen deine hochgesteckten Ziele zu erreichen? Schickt uns die UEFA in Runde 1 dann auch dankenswerterweise zum Lieblingsziel des Herrn Q. nach Novosibirsk? Und die DFL zum Saisonstart nach Freiburg? Ich ahne Schreckliches!
Wo wir gerade bei dem UEFA-Cup sind: Runde 1 muss definitiv etwas gut erreichbares sein. Das liegt zum einen am genannten Praktikum, welches nur schlecht einen freien Freitag erlaubt und zum anderen an meinem Wunsch, mit 10.000 Dortmundern nach… sagen wir mal Genk zu reisen um Borussia’s Rückkehr nach Europa nicht nur lautstark, sondern auch zahlreich zu feiern!
Es wird Zeit das der August kommt. Oder zu mindestens der Juli. Dann wissen wir, wann wir im Pokal spielen, wann und wo in der Bundesliga und die ersten Europacup-Quli-Runden werden auch gespielt, was uns wiederrum mit der Suche nach dem passenden Gegner beschäftigen wird. Außerdem gibt es Gewissheit, ob ich nächste Saison wirklich Mission 34 starten kann. An dieser Stelle möchte ich mich dem BVB-Podcast (www.auslaufen.de die neue Ausgabe ist draußen, reinhören!) anschließen und Jens Volke herzliche Urlaubsgrüße ausrichten, möge das Wetter schön und Zeit erholsam sein.
Und nach dem Juli kommt der August. Dann geht’s endlich wieder los. Auf allen Ebenen. Freunde, Arbeit, Fußball, Bier. Das Leben könnte schlechter sein!
Euer Clemens
Am Fuße dieses Eintrags möchte ich euch umbedingt noch mit 2 sehr lesenswerten Artikeln zur WM konfrontieren!
Wolle hat in seinem Blog wunderbarstens seine Meinung zu den großen WM-Eventfans ausgedrückt. Wahre Worte, die ich so vollkommen unterschreiben möchte! Klickt!
Außerdem hat sich auch das bekannte 11-Freunde-Magazin dem Thema WM-Stimmung und wie wir Vereins-Fanatiker damit umgehen angenommen. Herausgekommen ist dieser schöneArtikel.
Ich freu mich im Übrigen auf die WM, nicht das ihr das missversteht
Der Hype um den Muttertag
Letzten Sonntag war Muttertag. In Deutschland ein schönes Ereignis, an dem man als braver Sohn seiner Mutter das Frühstück macht und einen Strauß Blumen oder einen Kinogutschein dazu gibt. Außerdem sollte man den ganzen Tag nett sein und der Mama einmal nicht auf die Nerven gehen. Muss ja auch mal sein, ist soweit auch nichts gegen zu sagen, schließlich verdanken wir alle dem weiblichen Teil der Erziehungsberechtigen unser Leben. Was aber hier in den USA an dem besagten und gefeierten Tag abgeht, das ist kaum zu fassen. Für alle Mütter des Landes muss Weihnachten und der eigene Geburtstag dagegen wie eine lächerliche Randveranstaltung wirken. Von teuren Gutscheinen, Urlauben, Autos, neusten technischen Geräten oder ganzen Häusern bekommt man da zu hören und selbst bei mir im Senior Center, wo wahrlich nicht die reiche Oberschicht der Stadt gastiert, bekommt man einen Eindruck davon, wie wichtig der Muttertag für die Amerikaner zu sein scheint. Die einen bekommen ein Casino-Wochenende, die anderen eine Hausrenovierung oder einfach mal ein neues Laptop. Und das Alles wird als selbstverständlich und völlig normal angesehen. Einwände von meiner Seite, dass ich das alles für leicht übertrieben befinde, stießen auf völliges Unverständnis und das Verhältnis zu Ersatz-Mutter Gayle konnte nur durch eine kurzfristige Einladung zum Essen gerettet werden. Ich möchte nicht wissen, wie enttäuscht die Gute (kinderlos) gewesen wäre, wenn wir nichts vorbereitet hätten. Der scheinheilige Hinweis auf das bevorstehende Ereignis am Rande eines Gesprächs, brachte mich zum Glück am Freitag noch rechtzeitig auf die richtige Spur. So gab es am Sonntag dann also leckeren Lachs mit Nudeln und die Präsentation unserer (fast) fertigen Terrasse. Das gute Stück wurde von uns über das Wochenende wie angekündigt weitestgehend fertiggestellt, nur Treppe und Geländer fehlen noch. Doch schon jetzt lässt mich der Eigenbau auf einige nette Nachmittage in der Sonne hoffen. Seit Sonntag regnet es Übrigends fast durchgehend….
Sportlich ist die Bundesliga-Saison zu Ende, ich hab es wirklich überlebt nur 3 Spiele live im Stadion zu sehen und freue mich dafür jetzt umso mehr nächstes Jahr richtig motiviert an den Start zu gehen. Hoffentlich genauso wie unsere Jungs, denen zu Saisonende immer mehr die Luft ausging. Letztlich hat es ja, wie schon oft gefeiert, für den Europapokal gereicht und Platz 5 ist auch statistisch eine Verbesserung zum letzten Jahr. Über das Spiel beim SC Freiburg hülle ich daher auch einfach mal den Mantel des Schweigens und gestatte mir lediglich eine Äußerung zu den Maßnahmen der Freiburger Polizei gegen den Wochenendticket-Mob unserer Borussia. Ich und wohl auch jeder andere Borusse, kann auf eine weitere Schwächung unserer Fanszene durch den Staat gut verzichten und daher wünsche mir ein besonnenes Handeln der Ordnungshüter bei etwaigen Strafen. Wirklich dran glauben tu ich nicht, dafür haben die Männer in Grün gerade im Süden in der Vergangenheit allzu oft jegliches Fingerspitzengefühl vermissen lassen.
Im US-Sport ist mit den Detroit Red Wings auch das letzte meiner Teams aus den Playoffs ausgeschieden und so verfolge ich das Geschehen mittlerweile nur noch als neutraler Betrachter, was das Ganze leider teilweise sehr langweilig werden lässt.
Das Sportjahr geht also seinem Ende zu und bald wird außer Baseball kaum noch interessanter Sport im TV laufen. „Waaas?“ werden jetzt viele rufen, „da ist doch noch die Fußball-WM“. Jaja, über meine Meinung zu diesem „Mega-Event“ gibt’s nächste Woche ein bisschen mehr, so dass ich mir hier und heute noch jegliche Verlautbarung dazu spare.
Kommen wir lieber wieder zu erfreulichen Neuigkeiten. Im Juni bekomme ich ja bekanntlich nochmal Besuch aus Essen und mittlerweile ist diese Besuchergruppe um einen alten, ne ich glaub sogar den ältesten Freund angewachsen. Simon hat sich ebenfalls dazu entschieden auf Reisen zu gehen und so werden wir in knapp einem Monat zu viert einen „Road-Trip“ nach New York City und Washington D.C. machen und unsere Konten überstrapazieren. Man lebt ja schließlich nur einmal
Generell wird dieser Juni ein einziges Fest, denn vorher werde ich noch eine Woche der (hoffentlich Öl-freien) Küste der Bahamas liegen, so dass von den knapp 4 Juni- Wochen nur eine wirklich normaler Arbeitsalltag sein wird. Für Juli ist Florida schon gebucht und dann steht ja auch schon die Mega-Party im Kotten vor der Tür.
Hier in Michigan geht sonst alles seinen normalen Gang. Der Mai ist bislang leider, wie in 80% der USA von enormen Regenschauern gekennzeichnet, im Senior Center wird von 9- 16 Uhr weitestgehend nicht gearbeitet (das übliche Billard, Nintendo oder PC-Unterricht geben möchte ich als solches nicht bezeichnen) und auch mein Golf-Spiel stagniert aufgrund der Arbeiten an der Terrasse und dem schlechten Wetter leider sehr.
Am ersten fußballfreien Wochenende seit langer Zeit wird es für mich nach West-Michigan gehen, um dort Nils und den Lake Michigan bei hoffentlich gutem Wetter zu besuchen.
Bis nächste Woche,
euer Clemens
Geschafft
Eine passendere Überschrift kann es für die heutige Ausgabe eures Lieblingsblogs gar nicht geben, denn nichts anderes schoss mir am Samstag gegen 11.20 Uhr EST. durch den Kopf. Ich hab‘s hinter mir. Fast eine ganze Saison, genauer gesagt 15 Heimspiele habe ich dieses Jahr in einer Art und Weise erleben müssen, wie ich sie einfach nur hasse. Vor dem TV, irgendwelchen ruckligen Streams oder noch schlimmer, nur im Radio/Live- Ticker. Doch all das ist jetzt Vergangenheit. Erstmals bin ich nicht traurig über die Folterzeit namens „Sommerpause“. Denn mit meiner Rückkehr ins geliebte Ruhrgebiet, heißt es schon 1 Woche später „Anpfiff zur Euro-League“ und somit auch endlich Wiederanpfiff für mich und dem Ausleben meiner Leidenschaft. Ob’s jetzt ins heimische Westfalenstadion, oder irgendwo nach Europa geht- ich werde versuchen dabei zu sein. Seit letzter Woche sind die (hoffentlich ausreichenden) Kröten auf meinem Sparkonto der Sparkasse Essen und sind somit für das erste europäische Auswärtsspiel meiner Fankarriere gesichert. Zum Spiel gegen den Werksverein aus Wolfsburg, der auch als amtierender Deutscher Meister seine grausam- leblose Ausstrahlung beibehalten hat, möchte ich eigentlich nicht viel sagen. Ausgeglichenes Spiel, Pech, Unvermögen und gute Momente auf beiden Seiten und am Ende einen Punkt, der uns aller Wahrscheinlichkeit nach Platz 5 sichert. Auch eine Debatte über den Sinn und Unsinn eines möglichen 3. Platzes ist völlig unötig. Ich bin einfach nicht enttäuscht über das verpassen der Champions-League. Unsere Zeit für Qualifikationen dieses Kalibers wird kommen und dieses Jahr hat’s halt nicht geklappt. Egal, dafür sind wir international dabei. Zwar eine Klasse tiefer als es mit dem diskutierten dritten Platz möglich gewesen wäre, aber mal ganz im Ernst meine Freunde: Das ist mir sowas von sch*** egal! Wirklich! Ich freu mich jetzt einfach auf die neue Saison, auf viele Spiele die ich im Stadion richtig Gas geben kann und auf einige tolle Momente im Uefa-Cup, ach ne, sorry, in der „Europa-League“.
Für immer Ballspielverein!
So, die Zeit hier neigt sich immer mehr dem Ende zu. Noch ziemlich genau 3 Monate sind es und wieso mir das Schicksal erst so spät den Spaß am Leben hier drüben zurückgegeben hat, dass werde ich wohl nie verstehen. Fakt ist: Momentan geht’s mir richtig gut. Ich kenn einige echt klasse Leute, Herr B. und H. haben sich dazu entschlossen mich im Juni zu besuchen und der Karibik-Urlaub steht auch noch vor der Tür. Außerdem hab ich auch Materiell mal wieder zugeschlagen und mir ein Mobiltelefon aus dem Hause „Apple“ zugelegt. Unsere Veranda nimmt immer mehr Gestalt an und ich hoffe, wenn das Wetter weiterhin so sommerlich bleibt, bis zum Wochenende mit den meisten Arbeiten fertig zu sein. Herrlich sag ich euch! Endlich sind die kurzen Hosen aus dem Schrank, die Winterjacke schon wieder in Deutschland und T-Shirts können auch ohne Pullover getragen werden. Ich liebe das!
Sportlich ist immer noch Hochbetrieb in den Staaten und so zapp ich abends zwischen Eishockey- und NBA-Playoffs, um möglichst wenig zu verpassen. Seit letztem Samstag fällt mir die Entscheidung zwischen Basketball und Hockey allerdings nicht mehr allzu schwer, sind doch Dirk Nowitzki‘s Dallas Mavericks mal wieder in Runde 1 ausgeschieden, während die Detroit Red Wings in Runde 2 dem Favoriten aus San Jose einen erbitterten Kampf bieten. Let’s go Red Wings!
Da ja langsam auch mal an die Zukunft gedacht werden muss, habe ich seit dieser Woche begonnen, mich an den Hochschulen dieses Landes für ein zukünftiges Studium zu bewerben. Wie viele von euch wissen, soll es für mich in den Bereich des Journalismus gehen und dabei stoße ich mit meinem lausigen 2er Abi- Schnitt leider doch sehr oft auf horrende NC- Vorgaben. Nun gut, bewerben tu ich mich trotzdem einfach mal und wir werden in knapp 2 Monaten wissen, wo es mich hin verschlägt. Meine Hoffnungen und Wünsche liegen dabei ganz klar auf einer Zusage in Ruhrgebiet und Umgebung, was allein aus fußballerischer Sicht von Vorteil wäre und zugegebenermaßen mit ausschlaggebend ist.
Zunächst geht es mal nach meiner Rückkehr mit einer zünftigen Party im „alt-ehrwürdigen Kotten“, einem Kurztrip auf die Insel „Bornholm“ und 6 Wochen Praktikum bei den „RuhrNachrichten“ weiter.
Ihr seht: Es wird nicht langweilig und ich werde euch natürlich über diese wundervolle Seite weiterhin regelmäßig informieren.
Eine schöne Restwoche noch, ich melde mich nach der Saisonabschlussfeier gegen Freiburg wieder.
Es grüßt euch,
euer Clemens
Die Seltenheit von Niederlagen
Ha, gibt's doch noch ein bisschen was Neues hier über's Wochenende.
Ich sitze gerade vor dem Fernsehr, es ist Freitagabend, ich trinke Bier, schaue die Eishockey- Playoffs, gleichzeitig läuft die Pressekonferenz des BVB's zum Spiel am Sonntag gegen den sympathischen Verein aus Sinsheim. Ihr merkt: Ich bin viel beschäftigt mit Dingen, die man als 20 Jähriger an einem Freitagabend so tut...
Da schoss mir gerade, wo das Detroiter Eishochkeyteam am Rande einer Niederlage steht, die Erinnerung ans letzte Derby und der ersten darauffolgenden Niederlage letzten Samstag in den Kopf. Wieso ich daraus hier einen kurzen Text machen möchte? Mir fällt im Zuge dieser Erinnerungen und derReflexion meines Gemühtszustands nach diesen Niederlagen einfach auf, wie selten ich als Borussia-Fan in letzter Zeit mit diesem miserablen Gefühl konfrontiert wurde. Welch Wandel, wenn ich da an den Beginn meines "aktiven" Fanseins zurückdenke. Eine Rückrunde aus "van Marwijk- Zeiten" fällt mir da als einzige positive Vergleichssituation ein. Die Klopp-Ära hat außerdem einen weiteren, rein persönlichen Vorteil: Ich hasse Niederlagen. Kaum etwas nervt mich mehr und eigentlich nervt mich nichts mehr, als Niederlagen von meiner Borussia! Deshalb genieße ich diesen Wandel, den wir in den letzten 2 Jahren vollzogen haben momentan doch sehr.Wenn ich da bspw. an das Spiel der Bochumer heute Abend und deren ständige Kampf gegen den Abstieg denke- Ich würde als Fan absolut verrückt, wahrscheinlich depressiv werden und ewig schlecht gelaunt sein. Nein Leute, ich bin so glücklich über diese momentanige Situation, über den Kampf um internationale Partien, über die ständige Freude, die im Vorfeld eines Spiels in mir aufkommt, über das Wissen: "Wir können wieder überall was reißen und großes erreichen!" Obwohl ich dank meines selbstauferlegten "Stadionverbots" alles nur aus der Ferne beobachten kann, macht mir doch fast alles, was momentan mit meinem Verein zu tun hat sehr viel Spaß. Der einzige aktuell daraus entstehende Nachteile ist, dass ich mir eigentlich kaum etwas mehr wünsche, als dass diese letzten 4 Monate, die zwischen mir und dem nächsten Besuch des WESTFALENSTADIONS noch liegen, möglich schnell vergehen! Wenn ich's recht bedenke: Nur Platz 5 und das Wiedersehen meiner Freunde&Familie können die Freude auf August noch steigern!
Ich liebe Borussia Dortmund, die momentanige Situation dieser Liebe und nächstes Jahr durch Europa reisen zu dürfen!
HEJA BORUSSIA!
Euer Clemens
Was ich noch vergessen habe:
Herzlichen Glückwunsch an alle Dreizehner zur Beendigung der Schulzeit! Ich hoffe, ihr hattet die schöneste Woche eures Lebens und habt alle wenig gelernt, Abi schafft man auch so! Trotzdem viel Glück für bevorstehenden Klausuren, wobei- Glück braucht nur, wer nichts kann! Ihr schafft das schon, Düsseldorfer sind von Natur aus uns Ruhrgebietlern unterlegen!
Denn ich liebe nur dich…
Borussia!
Hallo Heimat,
heute sollten all jene, die mit emotionalen Texten über Fußball und die Borussia im Speziellen nichts anfangen können, diese Seite direkt wieder verlassen- es wird sich nichts Interessantes für euch zu lesen geben! Der Grund hierfür ist ganz einfach: 100 Jahre! Am Samstag ist es soweit: Die bisher größte Liebe in meinem Leben wird 100 Jahre alt! Schon erstaunlich, was ein Fußballverein für einen Einfluss auf das Leben eins 20- Jährigen haben kann. Umso schwerer fiel im Laufe des letzten Jahres die Entscheidung, ausgerechnet im Jubiläums- Jahr ein Jahr auf Borussia- Entzug zu gehen! Dabei ließ mich alleine die Tatsache den kommenden Samstag zu verpassen, zig Male zögern und fragen, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Um eins vorweg zu nehmen: Ich weiß es immer noch nicht! Den Blog möchte ich diese Woche anlässlich dieses großen Ereignisses dazu nutzen, mal zu rekapitulieren: Wieso, seit wann und wie beeinflusst der magische Ballspielverein aus Dortmund, seit nun mehr knapp 14 Jahren einen wesentlichen Teil meines Lebens. Gerade mal 14 Jahre konnte ich bisher mehr oder weniger intensiv die Geschehnisse rund um den Verein verfolgen. Doch schon dieser, in der Historie des Vereins geringe Zeitraum, hat mir so vieles gegeben und erleben lassen. Darum mal der Versuch, zurückzublicken:
Alles begann mit in der Grundschule Holteyerstraße in Essen- Burgaltendorf. Der kleine Clemens ging damals in die 1. Klasse, sein Klassenlehrer war Herr Kämpchen! Bis heute ein für mich unvergessener Mensch, da er sowohl als Lehrer, als auch als Freund der Schüler auftrat, mich immer wieder wusste zu Motiveren- und letztlich zur Borussia brachte. Zuvor war ich ein 6-jähriger (schon damals recht großer) Junge, der nicht so recht wusste, was er mit Fußball so anfangen soll. Mein erstes Stadionerlebnis hatte ich ein Jahr zuvor in Düsseldorf gemacht. Fortuna im bis heute letzten Bundesligaheimspiel gegen den FC Bayern. Ich war damals eigentlich für keinen Verein, nur immer gegen Bayern. Ich erinnere mich noch heute, wie ich im Rheinstadion sitze, umringt von Bayern- Fans und als einziger "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" singe. Naja, dann kam wie gesagt Herr Kämpchen. Herr Kämpchen war schon damals langjähriger Dauerkartenbesitzer beim BVB und wurde nicht müde, seinen Kurzen zu erzählen, wie großartig der BVB ist. Hinzu kam, dass die Borussia damals wohl eine der erfolgreichsten Zeiten der Vereinsgeschichte durchschritt und 2-mal deutscher Meister wurde. Ich wurde also von meinem Grundschulklassenlehrer mit dem Virus infiziert. Passender Weise waren damals 2 Schüler meines Vaters bei den BVB- Amateuren aktiv und konnten hin und wieder Karten organisieren. Mein erstes Spiel im Westfalenstadion erlebte ich so 1997, auf der Nordtribüne, direkt neben dem Gästeblock. Gegner war Kaiserslautern, ein Aufsteiger, der im selben Jahr deutscher Meister werden sollte. Das Spiel endete 2:2, die Tore für die Borussia erzielten Stefen Freund und Jörg Heinrich, für Lautern knipste der kommende Torschützenkönig Olaf Marschall 2 mal. Nach 2-0 Führung noch 2-2. Ich erinner mich das ich nach dem Spiel im Auto saß und vergeblich darauf hoffte, das der Nachrichtensprecher von WDR 2 doch von einem Dortmunder Sieg berichtet und das 2:2 gar nicht gefallen war. Es folgten mehrere Spiele im Westfalenstadion, welches damals noch nur 55.000 Menschen Platz bot und 2 komplette Stehplatztribünen auf Nord- und Südseite hatte. Überhaupt die Südtribüne. Immer öfter wünschte ich mir, ein Teil dieser Kulisse zu werden. Erstmals geschah dies 1999. An der Tickethotline hatte ich damals die Telefonrechnung der Eltern in die Höhe getrieben, doch letztlich bekam ich 2 Karten, Block 82, Südtribüne. Meine Fresse war ich aufgeregt. Letztlich gewannen wir 3-1 und ich brauchte von da an unbedingt eine Dauerkarte.
Zwischenzeitlich hatte ich den größten Triumph der Vereinsgeschickte live im Fernseher gesehen. Bei meiner Tante& Onkel im Wohnzimmer. Offiziell war nur die erste Halbzeit erlaubt. Ich lauschte also zur zweiten Halbzeit an der Wohnzimmertür und fluchte beim Anschlusstor wohl etwas zu laut. Jedenfalls hörte mich meine Mutter- doch anstatt mich ins Bett zu schicken, bekam ich wenig später folgendes zu sehen und zu hören: "Ricken... Ricken…. lupfen jetzt.... JAAAH"! Nochmals danke an Marcel Reif, ich bekomm noch immer eine Gänsehaut, wenn ich mir diesen Moment bei Youtube anschaue. Im Anschluss an dieses Tor ging's dann Übrigends doch ins Bett, "das Spiel ist doch eh entschieden." Ein Jahr später folgte wieder mal einer der "Kämpchen- Momente". Weltpokalfinale in Tokyo. Blöd wie dat in Japan nun mal ist, laufen Spiele dort bei uns zur Vormittagszeit. Kämpchen sah natürlich im Traum nicht ein zu verpassen, wie sein BVB zum besten Verein der Welt gekürt wird und nahm seine 3. Klasse kurzer Hand mit in den Fernseherraum zum Fußballschauen. Dafür liebten wir Jungs ihn! Die Supercup-Niederlage gegen Barcelona erlebte ich im mit Verdacht auf Blindarmentzündung im Krankenhaus, passte irgendwie.
Nun ja, so zogen die Jahre dahin. Ich verfolge weiter intensiv jede Radioreportage, fuhr gelegentlich mit Papa zu den Spielen und war mal mehr, mal weniger fanatisch dabei. Leider und das möchte ich an dieser Stelle gar nicht unter den Tisch kehren, oder schön reden, zeigte auch ich Anfälle von kindlicher Dummheit: Bis heute schäme ich mich dafür, damals ab und an, wenn der BVB mal verloren hatte, mit einen blauen Schal inkl. komischen Logo in die Schule zu gehen. Wie sowas in unser Haus kam weiß ich heute nicht mehr. An die Tritte gegen's Schienenbein und den Spruch "Ich red solange nicht mit dir, bis du dat Ding von deinem Hals nimms" von Lehrer Kämpchen dagegen schon. Ja, der Mensch hat mich wirklich gut erzogen und immer auf der richtigen Bahn gehalten. Genau dieselben Schamgefühle empfinde ich heute, wenn ich an das Meisterschaftsfinish 2001 denke. Da rennt klein- Clemens tatsächlich heulend in sein Zimmer, nur weil die "sooo doofen Bayern" gerade dem Pack die Meisterschale entrissen haben. Man, man, man. Ab und an weiß man wirklich nicht, was in so einem Kinderhin vor sich geht. Gut das Laurenz heute in mir seinen Lehrer Kämpchen hat. An dieser Stelle einen Gruß an meine Eltern: Wir müssen uns mal über ne Dauerkarte für den Kurzen nächstes Jahr unterhalten
Damit währen wir dann auch beim Stichwort: Dauerkarte. Über kurz oder lang konnte es keine Alternative dazu geben. Da auch mein Vater seinen Stadiondrang wieder verspürte, entschlossen wir uns, nach geschaffter Versetzung in Klasse 8 dazu, uns um genau diese Billets zu bemühen. Direkt zu Beginn des Vorverkaufsbeginns fuhren wir also Montagsmorgens zur Geschäftsstelle und- bekamen erstmal keine Karten. "Nächsten Montag nochmal versuche, montags gibt's immer Nachschub." Gehört, getan und eine Woche später war SIE endlich in meinen Händen. Die erste BVB- Dauerkarte. Ich erinnere mich, dass ich in den ersten Tagen immer wieder mit der Karte in der Hand durch den Schulflur des GEÜ's lief, um neidische Kommentare meiner Mitschüler zu bekommen. Damals waren noch etliche ebenfalls im BVB- Wahn und bevor die Dauerkarte kam, machten ich mich immer wieder mit 1-2 Leuten heimlich auf den Weg ins Westfalenstadion, um dort irgendwo unter dem Dach der Westtribüne den günstigsten Sitzplatz zu bekommen!
Im Jahr zuvor waren wir das erste Mal für mich richtig bewusst deutscher Meister geworden. Ich verfolgte das Spiel bei einem meiner damals besten Freunde und torkelte anschließend mit Fahne, Schal und Trikot glückstrunken die Frankenstraße hinunter! Zu welchem Preis diese Meisterschaft damals erreicht wurde, dass konnte damals ja noch keiner so recht ahnen. Natürlich waren Spielertransfers getätigt worden, wie es sie in dieser Größenordnung wohl nie mehr bei Borussia Dortmund geben wird, doch "wir sind doch anne Börse gegangen, wir haben über 100 Millionen eingenommen!" Schöne scheiße, wie naiv wir damals unseren Göttern Niebaum und Meier das alles abkauften. Der Erfolg gab ihnen ja auch zunächst recht... Das UEFA- Pokalfinale in Rotterdam schaute ich gemeinsam mit unserem älteren Nachbarsohn in dessen neuer Wohnung und war natürlich bitter enttäuscht. Vom drum herum bekam ich erst Jahre später zu hören. Stahlkugeln auf Sonderzüge, brennende Autos mit deutschem Kennzeichen, komplette Abschottung vom Rest des Stadions. So ein richtiges Pokalfinalfeeling halt... Was die UEFA sich mit der Vergabe des Endspiels in die Hooligan-Hochburg Rotterdam gedacht hatte, wissen die hohen Tiere dort wohl heut noch nicht.
Mein erstes Auswärtsspiel folgte knapp ein 1 1/2 Jahre nach der Dauerkarte. Nach Wolfsburg sollte diese Fahrt gehen und wurde damals detailiert geplant: Karte online für 9€ (Sitzplatz, Haupttribüne über dem Gästeblock!!!!) gekauft, mit Tante und Onkel aus Braunschweig telefoniert, ICE gekauft, 6. Stunde Englisch bei Frau Grüning (Hexe!!!!!!!!!) ausfallen lassen ( "Geburtstag meines Onkels"), Trikot über und ab in den Zug. Am Samstag brachten mich Tante und Onkel zum Stadion und nachher ging’s irgendwie wieder zurück. Ich glaube es war sonntags ein Geburtstag meines Opas und die Braunschweiger mussten eh nach Essen. So ganz genau erinnern kann ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich seit diesem Tag eine Abneigung gegen Wolfsburg im Winter habe, die DFL aber genau dieses Auswärtsspiel Jahr für Jahr auf einen der letzten Hinrundenspieltage schiebt! Wieso diese Abneigung? Wolfsburg dürfte eines der kältesten Stadien der Liga sein. Es zieht dort wie Hechtsuppe! Wie das Spiel ausging weiß ich heute nicht mehr so genau, ich meine mich aber an einen 1-2 Erfolg erinnern zu können, welcher gleichzeitig unser erster Auswärtssieg seit Monaten war. Sein erstes Spiel für den BVB machte damals übrigens Ebi Somelarek! Das war im November 2005.
Ein halbes Jahr zuvor wusste niemand, ob es je zu diesem Spiel kommen würde. Eines der traurigsten Kapitel in der 100- jährigen Geschichte des BVB's fand seinen Höhepunkt im März des Jahres 2005. Doch von Beginn an: Sang die Südtribüne noch 2002 "Wenn wir wollen kaufen wir euch auf", antworten nun die Gästefans mit genau diesem Gesang. Der BVB war so gut wie Tod. Überschuldet, kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, zugrunde gewirtschaftet von unseren damaligen Präsidenten Dr. Niebaum und seiner rechten Hand, Manager Meier. Was hatten die Jungs nicht alles verscherbelt, nur um für fast 100 Millionen DM die Mannschaft mit irgendwelchen "Topstars" a là Marcio Amoroso zu besetzten und das Stadion noch weiter auszubauen. Besonders der letzte Part dürfte der entscheidende Punkt für die darauffolgende Finanzkrise gewesen sein. Ursprünglich wurde mit Kosten in Höhe von knapp 40 Millionen € kalkuliert, letztlich dürften es mehr als das Doppelte gewesen sein- für 12000 Plätze mehr! Außerdem wurde die Marketingrechte langfristig verkauft, das Stadion an die Investmentgruppe "Molsiris" verkauft und selbst die Rechte des Logos verpfändet. Erst nach Demos der Fanszene, drastischen Worten eines Großaktionärs und detailierten Enthüllungen der Medien, traten Niebaum und Meier letztlich zurück! Doch was geblieben war, war ein ruinierter Verein. Den genauen Schuldenstand von damals weiß wohl niemand so genau. Zu sehr waren all die Schulden in der Aktien GmbH, dem E.V. und bei zahlreichen Gläubigern angehäuft worden. Nur durch den Verzicht der Spieler auf 20% des Gehalts, konnte der Spielbetrieb zunächst aufrecht erhalten werden, wir Fans aber mussten lange Zittern. Erst als am 14.März 2005 in Düsseldorf die Molsiris Bank der Übernahme aller Schulden und dem Verkauf des Westfalenstadion zustimme, war mein Verein gerettet. Mit einem Mal lagen die Schulden nicht mehr bei hunderten von Gläubigern, sondern bei einer Bank, mit der man ein langangelegtes Finanzierungskonzept ausarbeiten konnte. Obendrein gehört das Westfalenstadion wieder dem Ballspielverein Borussia von 1909! Ich verfolgte die Entscheidung damals im Radio. Zum Glück hatten die ersten Handys schon sowas integriert und so versammelten wir Borussen uns in den Pausen auf dem Schulhof und hörten mit angehaltenem Atem, die Stimme des Nachrichtensprechers. Als dann die erlösenden Worte "zugestimmt" und "gerettet" zu hören waren, jubelten wir wie beim einem Tor zur deutschen Meisterschaft. Szenen wie es sie wohl auf zahlreichen Schulhöfen in NRW und ganz Deutschland an diesem Tag zu sehen gab...
Der BVB lebte also weiter und lebt seitdem vielleicht so intensiv wie nie zuvor. Klar, die großen Erfolge bleiben aus, aber dafür freut man sich umso mehr über die Kleineren. 50.000 Borussen in Berlin letztes Jahr, mehrmals hintereinander über 10.000 Auswärts in der erfolgreichen Rückrunde letzte Saison. 2000 (und es wären sicherlich gern mehr gewesen) in Udine beim ersten internationalen Spiel seit Jahren. Junge, was ein Gefühl. Der BVB endlich zurück im internationalen Geschäft. Donnerstagsabend, ein Pflichtspiel deines Vereins in einem anderen Land. Geil! Leider scheiterten wir unglücklich, doch irgendwie hatte wohl ein jeder Borusse an diesem Abend das Gefühl, "der BVB ist wieder da." Umso ärgerlicher, dass wir uns letzte Saison selbst um den Lohn des UEFA- Cups gebracht haben- aber auch irgendwie ein recht gutes Gefühl für mich, denn so werde ich zu mindestens keine großartigen Europapokaltouren verpassen.
So vergingen dann auch die Jahre zwischen der Fastinsolvenz, dem ersten Auswärtsspiel und dem heutigen Mittwoch. Die Auswärtsfahrten häuften sich, vieles geriet in den Hintergrund, nur weil Borussia spielte! Leute wurden kennen gelernt, die die gleiche Gefühle empfinden und von denen du nicht spöttisch angelächelt wirst wenn du sagst: Ich liebe Borussia Dortmund! Der unvergessliche Derbysieg 2007, der Schmerz der Niederlage im Pokalfinale in Berlin, gleichzeitig aber auch der Stolz an diesem Tag in Berlin für die wohl emotionalste Stimmung gesorgt zu haben, die ich je erlebt habe! Der Versuch einen Fanclub aufzubauen, der Weg hin zum Ultrá- Orientierten- Fan, Auswärtsspiele, Siege, Niederlagen, die Wut auf die Feigheit der Unaussprechbaren, amüsante Touren quer durch Deutschland, die Leute, mit denen man das Ganze erlebt! Jedes zweite Wochenende ein Teil der Südtribüne zu sein, mal völlig euphorisiert, mal total niedergeschlagen zu sein. Der Stolz, die wohl aktivste Amateur- Fanszene zu haben, super Spiele in der Roten Erde, Wahnsinns- Auftritte in fremden Stadien.
Ja das alles macht Borussia Dortmund mittlerweile für mich aus, das erlebt man nur, wenn du einen Verein liebst und viel für ihn gibst! Das macht den Entzug, 1 Jahr auf all das verzichten zu müssen, in manchen Situationen fast unerträglich. Immer den Hintergedanken zu haben: Zivi in Deutschland und ich könnte genau diese Gefühle weiter erleben, jedes Wochenende! Auf der anderen Seite lerne ich so nochmal ganz besonders, was der BVB doch mittlerweile für eine Bedeutung in meinen Leben hat. Natürlich, da ist mein Freundeskreis, der, größtenteils, mit all Dem herzlich wenig zu tun hat, ohne Den es trotzdem absolut nicht gehen würde und den ich genauso vermisse. Und doch, dass ein Fußballverein und alles was dazugehört, auf genau der selben Stufe steht ist mit Sicherheit nicht alltäglich und für viele Leser bestimmt nicht einfach nachzuvollziehen, aber so ist es!
Ich warte schon jetzt sehnsüchtig auf den ersten Spieltag der kommenden Saison, wenn ich endlich wieder das oben beschriebene miterleben kann, ein Teil des Ganzen sein darf. Mit der Gewissheit: 100 Jahre Borussia Dortmund, 14 davon habe ich miterlebt, die größte Krise mit durchstanden, den größten Erfolg miterlebt und noch viele, viele Jahre vor mir!
Keine Frage, Borussia Dortmund, bis an das Ende meiner Tage!
Herzlichen Glückwunsch, mein BVB!
