Moin in die Runde,
ja, die Dortmunder Bloggerszene geht dem Ende entgegen, da ändert auch die temporäre Rückkehr des fetten Hamburgers nicht und ich tute meinen Teil dazu, dass die Bichviecher ungehindert und mittlerweile sogar international ihre Runden drehen. Die vorlesungsfreie Zeit sind Schuld. Klingt komisch, ist es aber nicht. Der Student von heute nutz eben jene Zeit um mal richtig anne Schippe zu kommen, so auch meine Wenigkeit, einen kleinen Teil meines Schaffens findet ihr hier.
Ich werde jetzt nicht schon wieder versuchen die letzten Spiele des magischen Ballspielvereins rückzublicken, sondern möchte euch viel mehr auf ein Projekt hinweisen, für das ich seit der Wiederaufnahme des Studiums endlich etwas Zeit finden konnte und welches ich durch meine sagenhaften Blogkenntnisse unterstützen konnte. Es geht um das Projekt “Ballspielorchester“. Als Marc mir zum ersten Mal von der Aktion erzählte, da dachte ich nur: “Och ne, jetzt fängt der auch noch mit BVB-Songs an”, als obs davon seit der Meisterschaft nicht genug schlechte gäbe.
Doch dann erzählte DUDE mir von den Hintergründen der Aktion und ließ mir den Song mal rüberwachsen. Gut, der war letztlich nicht der ausschlaggebende Punkt für meine Bereitschaft einen Blog zu basteln, aber Viva con Agua, für die das Lied letztlich verkauft werden soll, ist mir schon länger aufgefallen – und das ausschließlich positiv. Klasse, mit wie viel Engagement da viele Leute aus einem kleinen Projekt, mittlerweile eine große Hilfsorganisation gemacht haben, um für das wichtigste Grundgut der Menschen zu kämpfen, bzw. zu buddeln.
Wenn sich die Chance bietet, so etwas mit wenig Aufwand ordentlich zu unterstützen, dann sollte man diese Chance nutzen und so bitte ich euch, ab dem 11.11. den Song “Leid und Stolz” für einen schlanken Euro zu downloaden und euch vielleicht auch auf der Aktionsparty am Abend in Dortmund blicken zu lassen.
Informiert euch über unser Projekt und helft Viva con Agua.
Wasser kennt keine Farben - für ein Leben mit Wasser!
Was die Torcadia Tremonia-Sektion Essen kann, das probiere ich stets zu kopieren. Deshalb präsentiere ich euch heute den Versuch, die letzten drei Spiele aus meiner persönlichen Sicht, und ohne Einfluss irgendwelcher Fanforen oder Facebook-Seiten, wiederzugeben.
Dortmund (10. September). Einen Tag vor den dunkelsten Tag der Weltgeschichte, trifft der Berliner Sportclub Hertha auf den Krisenverein. Zu diesem Zeitpunkt schlafe ich in 7410 Kilometern Entfernung in einem luxuriösen Motel-Bett der Marke Super 8. Erst zur zweiten Halbzeit erwache ich aus meinem vorabendlichen Budweiser-Endsuff (seit ich Kölsch trinke, haut mich das Zeug weg) und sehe, wie sich mein Team weiter gen Tabellenniederungen spielt. Kein konzentrierter Spielaufbau, keine Torchancen, keine Kreativität – dafür umso mehr Stümperei in der unsicheren Abwehr rund um den peinlichen Versager Mats Hummels. Nach dem 0:1 mache ich den chinesischen Live-Stream aus und gehe zum Pool. Was erlauben sich diese Würstchen seit dem Saisonauftakt eigentlich? Wie kann man so nur als Deutscher Meister auftreten? Peinlich ist das, mit der Borussia die ich letzte Saison gesehen habe hat das nichts mehr zu tun. Und dann dieses Pack auf den Tribünen. Da ist es ja in Hoffenheim lauter. Ich habe die BVB-Fans durch die Lautsprecher meines Laptops nur einmal wirklich laut gehört. Das kann nicht wahr sein. Völlig angepisst lehne ich das Angebot einer Eintrittskarte für unsere Rückkehr in die Königsklasse am Dienstag nach meiner Rückkehr aus den Staaten ab. Wer gegen Berlin schon verliert, der bekommt gegen Arsenal eh auf den Arsch. Und überhaupt: Ich fliege am 11. September nach Chicago. Schönes Leben noch, ihr Versager!
Überraschender Weise habe ich die strikten Sicherheitskontrollen am Tag des Terrors überlebt und lande am 13. September, dem Tag der Rückkehr in die Messe der auserlesenen 32 europäischen Topvereine, wieder in Deutschland. Ich brauch ne Karte. Arsenal ist mein Lieblingsteam bei Fifa 12. Also, ich brauch ne Karte. Erstmal zum Stadion. Unterwegs über mein iPhone mal rumhören und fragen, wo denn überhaupt alle sind. Schließlich spielt Borussia und da kann man ja nicht einfach gemütlich vorm TV sitzen. Dann der größte Erfolg meiner Schwarzmarkt-Geschichte. Nen Sitzplatz im Wert von 55 Euro für gerade mal 40. Ich bin dabei. Gefuchst, danke an dieser Stelle an abendliche Treffen der Fanabteilung auf der Nordtribüne, schleiche ich mich mit der fettesten Suffkutte Dortmunds über die hermetisch abgeriegelte Nordtribüne Richtung Süden – erfolgreich. Mit noch größerer Rafinesse schaffen wir es auch noch in den Stimmungsblock. Wo die Ultras stehen. Block 12. Alter! Der Block und auch das übrige Stadion sind tatsächlich königsklassich aufgelegt. Zunächst zelebrieren die Ultras von die Champions-League-Team ihre künstlerischen Fertigkeiten, später singt das Westfalenstadion den Ball irgendwie in den Knick und lässt die Inselaffen verstummen. Ach ne, die waren nie wirklich laut. Komisch, hört sich an der Playstation immer voll laut an, die Engländer, Fußballland der Mutter, oder so. Also: ♥♥ Nur der BVB ♥♥!
Dann Hannover. Aber so langsam wird mir das echt zu blöd immer durch Deutschland zu fahren und nicht zu gewinnen. Und die elf Versager da auf’m Platz sind doch eh nur noch peinlich. 1:2 in Hannover. Bei Martin Kind, dem Bruder einer Hupe. Voll dumm. Unnötig, einfach nicht Borussia Dortmund-würdig. So werden wir nicht wieder Meister und k0mmen in der Champions-League bis nach München. Macht mich fertig. Echt. Aber die Stimmung war doch echt voll okay. Also zumindest im Steher (hatte Karten, yeah!). Schön gerockt, 10.000 Dortmunder, mindestens. Haben ja vorher auch alle schon geschrieben das da immer so viele Borussen hinkommen. Und dann liefert die Mannschaft da so einen Rotz ab. Unfassbar. Lewandoofski sollte der Klopp wieder verkaufen und den Kevin am besten zu den Amateuren. Wie kann der das 2:0 nicht machen? Subotic ist auch scheiße. Da meint der letzten Mai noch so voll auf Borusse zu machen und dann steht der beim Ausgleich lieber von Manchester City träumend am Elferpunkt. Hoffentlich verkaufen die den wenn noch mal ein Angebot kommt. Dann werden wir vielleicht wieder Deutscher Meister.
Aber nach der Leistung fahre ich jetzt nicht nach Marseille. Haben die sich nicht verdient. Ich bin doch nicht blöd. Wer auswärts nicht gewinnt, dem fahr ich nicht mehr hinterher. Und überhaupt: 66 Euro die Karte. Pah. Kein Zwanni fürn Steher! In diesem Sinne: Auch in ganz schweren Zeiten werden wir dich stets begleiten – Borussia wir sind immer für dich da! BVB 09!! ♥♥♥
Ich hab keinen Bock auf diesen Spielbericht. Der Höhepunkt war das Bier nach dem Schlusspfiff und ein mich anrempelnder Jürgen Klopp! Ansonsten hatten Spiel und Drumherum ungefähr so viel mit Attraktivität zu tun, wie die Hornbrille des DAPD-Typen neben mir. Was ein Kackkick in der ersten Hälfte. Und was eine noch viel beschissenere Stimmung. Auf der Haupttribüne klingt das glaub ich noch schlimmer als direkt im Block. In der Halbzeit mussten sich da einige Kulturhauptstädter böse Worte per Kurznachricht gefallen lassen, auch wenn’s an denen wohl nicht gelegen hat. Auf jeden Fall war die Stimmung eine Unverschämtheit und das Spiel enttäuscht. Hinzu kam ein enttäuschender Gästeblock, der zwar recht melodisch, aber dafür viel zu spärlich besetzt daher kam. Besonders wenn man bedenkt, dass im unteren Teil locker noch 200 Blaue (nur der sichtbare Teil) stand. Ekelhaft.
Ansonsten: Nette Aktion der FA für Toleranz, zwei passende Spruchbänder gegen Onkel Didi und eine ansehnlichere zweite Hälfte, inklusive netten Tor von Dortmunds Bestens, Robert Lewandowski! Kevins Tor war schieres Glück, Gündogan fand nicht statt, genauso wie Kagawa und in der ersten Halbzeit leider auch Götze. Immer der konnte sich dann aber doch noch steigern und bereite beide Hütten vor. Unterm Strich rettete uns eine bessere zweite Halbzeit die drei Punkte, so muss man an schlechteren Tagen als Top-Team agieren.
Stimmungsmäßig wurde es in der zweiten Halbzeit ebenfalls besser, trotzdem eine unterdurchschnittliche Leistung der Süd und des gesamten Westfalenstadions. Außerhalb des Blocks ist schlechte Stimmung noch schlechter zu beschissener als mitten drin. Man hat dann selber das Gefühl nicht zu einer Besserung beigetragen zu haben und das was an solchen Tagen von der Süd bei uns ankommt, klingt wie ein unrund laufender Plattenspieler mit Kratzern auf der Platte. Zu schnell, im Kanon, mal zu kurz dann wieder zu lange – so macht es einfach keinen Spaß! Dabei war das Liedgut wirklich stark Süd-bezogen, sprich: Längere Lieder gab es kaum, es wurde überwiegend Maßenware angestimmt. Dass selbst die einfachsten Lieder schnell wieder verklungen oder einfach schlecht gesungen wurden, macht die ganze Sache nur noch schlechter.
Auf das es in Leverkusen besser wird und wir am Donnerstag vernünftige Champions-League Gegner bekommen. ManU, Marseille und Amsterdam/Basel wären meine Wunschlose. Auf nach Europa!
Die TSG 1899 Hoffenheim und ihre Medienabteilung verstricken sich immer mehr in ein großes Netz aus Widersprüchen und offensichtlichen Lügen. Die Fanabteilung und Schwatzgelb.de haben es in ihren Texten und Stellungnahmen eindrucksvoll und allumfassend dargestellt.
Erst war es ein Fan, dann die Fans, dann ein Mitarbeiter in einem Spiel, jetzt ein Mitarbeiter in mehreren Spielen. Problematisch allerdings, dass sich auf mehreren Fotos belegen lässt, dass mindestens drei Personen im unmittelbaren Umfeld des Geräts standen. Genauso tragisch für die TSG, dass bei der Polizei wohl mehrere Angestellte den Corpus Delicti angegeben haben, womit auch die aktuelle Version der offiziellen TSG-Stellungnahme widerlegt worden wäre.
Die ganze Sache verkommt für uns Betroffene langsam zu einer Farce. Die Offiziellen der TSG winden davor, die ganze Wahrheit ans Licht zu bringen, stattdessen werden zunächst Fans und Ordnungspersonal, später dann ein einzelner Mitarbeiter als Bauernopfer auserkoren. Damit hat man in Hoffenheim genau das erreicht, was man in jedem Fall verhindern und durch schnelle Reaktionen vermeiden wollte: Schlecht Presse und einen Solidarisierungseffekt unter den Fans. Auf Nachfrage der Fanabteilung kamen Reaktionen aus Köln, Mainz und Frankfurt, die den Einsatz der Störgeräusche bei ihren Gastspielen in Sinsheim letzte Saison bestätigten. Die Ultras Frankfurt stellten Schwatzgelb.de eigene Bilder von der Schallkonstruktion unterm Eintracht-Block zur Verfügung. Alles nur, um die ungeheuerlichen Machenschaften des totalitären Projekts Hoffenheim aufzudecken.
Bei der TSG dürfte man spätestens mit der Auslieferung eines Täters erhofft haben, dass das mediale Echo auf unsere Recherchen und Erklärungen langsam zu Ende geht. Doch die letzten beiden Tage haben gezeigt, dass wir Fans uns nicht alles gefallen lassen. 1500 Beiträge im Schwatzgelb-Forum, zahlreiche Fotos und Videos, Stellungnahmen der Fanabteilung, das informieren unserer Geschäftsführung, das stetige Nachharken und füttern der Presse mit immer wieder mit neuen Informationen und Hinweisen auf die Ungereimtheiten der Hoffenheimer Erklärungen: Das alles hat dafür gesorgt, dass auch heute weiter über das Thema gesprochen wird und zwar nicht vereinsgerecht wie man es sich in Hoffenheim gewünscht haben wird, sondern objektiv und ausführlich! Es wird weiter kritisch hinterfragt, statt die gestrige Agenturmeldung der DAPD einfach zu übernehmen. Diese Agentur hat wiederum seine gestrige Meldung mit unseren Erkenntnissen und Veröffentlichungen überarbeitet.
Was zeigt uns das? Wo wirklich grobes Unrecht passiert, da hilft es seine Kräfte zu bündeln und gemeinsam für eine Aufklärung und Gerechtigkeit zu arbeiten. Seit Sonntagmorgen hat die BVB-Fanszene, sowohl im Internet als auch jenseits des Bildschirms großes geleistet! Fans aller TSG-kritischen Vereine werden es uns danken, denn eins ist schon jetzt gewiss: Zensurmaßnahmen durch Störgeräusche, wird es in Sinsheim so schnell nicht mehr geben! Darauf dürfen wir stolz sein!
Am 13. August 2011 verlor der Ballspielverein Borussia mit 0 zu 1 bei”1899″ Hoffenheim. Viel schlimmer als die Niederlage war jedoch das skandalöse Verhalten der Gastgeber im Umgang mit Pöbeleien gegen ihren geliebten Mätzen Dietmar Hopp. Mit akustischen Störungen versuchte der Verein, die Gesänge gegen Hopp zu unterdrücken und verhindern.
Seit Sonntagmittag arbeitet die BVB-Fanszene daran, die Geschehnisse rund um den Zensurversuch aufzuklären. Im Folgenden chronologisiere ich den Ablauf der Geschehnisse und der anschließenden Berichterstattung:
Laut Borussen.TV (nein, liebe Hoppsche Lokalzeitung, das ist kein vereinseigener Sender) kann man vor dem Gästeblock bereits um 12.30 Uhr die Störgeräusche wahrnehmen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Stadiontore noch geschlossen.
Wir erreichen gegen 14 Uhr den Gästeblock. Wenig später ertönen die ersten Sprechchöre gegen Dietmar Hopp und Sekunden nach deren Beginn das folgende Geräusch: http://www.youtube.com/watch?v=JVZFQUiu-70
Bis zum Anpfiff kommt es immer wieder zu den Schmähungen gegen den Mätzen. Diese werden fortwährend durch die Schallgeräusche gestört und erreichen trotzdem (oder gerade deswegen?) eine deutlich höhere Lautstärke als zu Beginn. Immer wieder wurden Mittelfinger gen Stadionlautsprecher gestreckt, da man von dort den Ursprung der nervigen Geräusche vermutet. Genau ausmachen kann man den Verursacher aber nicht, dafür schallt der Ton zu sehr. Wie man zu den Beschimpfungen steht, darf jeder selbst entscheiden. Allerdings sollte, wenn die Beschimpfungen schon kritisiert werden, auch darauf hingewiesen werden, dass man sich bei Borussia Dortmund seit der Existenz dieses Projekts in der Bundesliga, immer wieder sachlich und kritisch gegen die TSG Hoffenheim geäußert hat, ohne dafür von den Medien (positiv) beachtet worden zu sein.
Das Spiel beginnt und in den folgenden 90 Minuten wird noch dreimal lautstark gegen das Projekt protestiert – immer gefolgt durch den Störton, der erst Sekunden nach Verstummen der Fans ausgeschaltet wird.
Nach dem Spiel und der Verabschiedung der Mannschaft, pöbelt der Block noch minutenlang gegen Dietmar Hopp und die Fußball”kultur” der Hoffenheimer “Fans”. Die provozierenden Gesänge des Stadionssprechers bleiben von der Heimkurve unbeantwortet und gehen in den Gesängen des gesamten Gästeblocks unter. Generell muss darauf hingewiesen werden, dass die Sprüche gegen Hopp nicht nur vom Ultrapöbel und Umfeld, sondern streckenweise sogar von Fans aus den benachbarten Sitzplatzblöcken übernommen wurden. Dietmar Hopp sprach anschließend in seiner Haus und Hof-Zeitung, der RNZ, anschließend von 90 Minuten permanenter Beleidigung. Dem Herrn sei dringend ein guter Hörgeräthersteller empfohlen, denn alles was Hopp während der 90 Minuten (mit Ausnahme der erwähnten drei Gesänge) zu hören bekommen haben dürfte, waren lautstarke, teils ekstatische Anfeuerungsrufe der schwatzgelben Anhänger.
Erst als sich der Block langsam leert, hören auch die Störgeräusche auf.
Am Sonntag wird im BVB-Forum angefangen über die Geräusche zu diskutieren. Borussen.TV publiziert als erstes einen Artikel zu den Vorfällen und macht den “1899″-Pressesprecher Markus Sieger auf die Vorwürfe aufmerksam. Gegen späten Nachmittag veröffentlicht “1899″ eine erste Stellungnahme:
Die TSG 1899 Hoffenheim hat zu keinem Zeitpunkt weder Hochfrequenztöne noch sonstige Beschallungen einzelner Tribünenbereiche im Rahmen des Bundesligaheimspieles gegen Borussia Dortmund über die Beschallungsanlage der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena vorgenommen und wird dies im Übrigen auch unter Verweis auf die DFL Spielordnung und die Grundsätze des Fairplays auch zukünftig nicht tun. Wir wurden von vereinzelten Gästen im Nachgang des gestrigen Spieles davon in Kenntnis gesetzt, dass offenbar ein Zuschauer eine lautstarke Fanfare als Fanutensil ins Stadion eingebracht und diese insbesondere – nicht aber ausschließlich – bei diffamierenden Gesängen der Gästefans eingesetzt hat. Wir werden den Ordnungsdienst sensibilisieren, zukünftig ein besonderes Augenmerk auf das Einbringen von solchen Fanfaren zu legen.
Die Vorwürfe eines vorsätzlichen Handelns des Veranstalters sind haltlos. Die TSG 1899 Hoffenheim wird sich Ihrerseits weitere rechtliche Schritte vorbehalten.
Bald darauf tauchen im Forum der BVB-Fanabteilung drei Fotos auf, die die Herkunft der Geräusche aufdecken. Im weiteren Verlauf des Abends werden im Schwatzgelb-Forum weitere Fotos veröffentlicht, die belegen, dass im Tunnel in der Ecke des Gästeblocks wissentlich und bewacht ein Gerät, ähnlich eines Nebelhorns, aufgestellt wurde, dass als Quelle der Störsignale dienen könnte.
Borussen.TVhat gegen 21 Uhr erneut eine Stellungnahme von Pressesprecher Siebert erhalten:
Bislang kann man sich nicht erklären wie das Gerät vor den abgesperrten Bereich des Gästeblocks gelangen konnte. 1899 Hoffenheim distanziert sich in aller Schärfe von dieser Aktion. Einzige Erklärung von Seiten Hoffenheims wäre, das sich Einzelpersonen oder eine kleinere Gruppe Zugang zum abgesperrten Bereich vor dem Gästeblock verschafft hat.
Auch die BVB-Fanabteilung gibt eine erste Stellungnahme ab und die BVBlogger werden langsam aktiv, die Bichvierlinge berichten gewohnt objektiv über die Geschehnisse aus Fansicht.
Noch am gleichen Abend springen die ersten Medien auf die Geschichte und die “Ermittlungen” im Forum an. Zunächst berichtet das mir bislang unbekannte 1asport.de-Portal wenig später berichten auch die Ruhr Nachrichten und zum krönenden Höhepunkt des Sonntags Arnd Zeigler in seiner Show “Zeiglers wundere Welt des Fußballs”.
Am Montagmorgen kommt die Lawine langsam ins Rollen. Die Hauszeitung der TSG zitiert Dietmar Hopp mit den Worten: „Wenn die BVB-Fans Anzeige erstatten, dann müsste ich 200 Anzeigen wegen Beleidigung erstatten.“ Damit reagiert der Mätze auf die Ankündigung eines Fan, “1899″ anzuzeigen, am Nachmittag bestätigt die Polizei Heidelberg den Eingang einer solchen Anzeige.
Die WAZ-Mediengruppe zieht die Meldung der Ruhr Nachrichten vom Vorabend nach und berichtet ebenfalls über die Vorfälle, genauso zahlreiche Sport- und Fußballportale.
Am Morgen hat auch das zweite Fanzine der Dortmunder Borussia ausführlich über die Störgeräusche berichtet.
Viele große Sportportale und Tageszeitungen haben bis 15 Uhr ebenfalls über das Thema berichtet:
Hoffenheim bekommt den medialen Druck zu spüren. Laut Angaben der Zeitung “Heilbronner Stimme” beschäftigt sich der Vorstand des Retortenclubs mit den Vorfällen. Eine weitere Stellungnahme ist für den weiteren Verlauf des Montags versprochen.
Der Vorsitzende der BVB-Fanabteilung Marco Blumberg gibt ein Interview zu den Vorfällen mit dem Internetportal 11Freunde. Außerdem hat die FA einen Brief an die BVB-Geschäftsführung mit einer Schilderung der Vorfälle und der Bitte um Stellungnahme verfasst.
Eine stetig aktuelle Übersicht zu allen Artikeln rund um das Thema bietet Schwatzgelb.de. Das größte Dortmunder Fanzine ruft außerdem zu Zeugenaussagen und der Veröffentlichung multimedialer Beweisstücke auf.
Hochinteressant finde ich die Reaktion in Hoffenheim. Zunächst spricht man von einem Fan auf der Tribüne, dann von einem Unbekannten, der das Gerät unter die Tribüne geschmuggelt haben muss. Auf den unterschiedlichen Bildern ist jedoch klar zu sehen, dass das Gerät verkabelt und somit auch an das Stromnetz in der Arena angeschlossen ist. Außerdem ist zu erkennen, wie Ordnungspersonal sowohl im, als auch vor dem Tunnel steht. Bei allen Versäumnissen kann es eigentlich nicht sein, dass das Gerät dort lange unbemerkt und unerlaubt stehen bleibt.
Dass sich Herr Hopp wieder in die Beleidigtenecke stellt, war leider nicht anders vorherzusehen. Wer seinen Verein so aufstellt, dass nur die treusten Gefolgsleute Mitglied werden können und sich seit Beginn des Engagements als alleiniger Retter des deutschen Fußballs aufspielt, von dem sind kritische Worte zu undemokratischen Maßnahmen wohl kaum zu erwarten!
Ich such mal eben den Spielbericht zum letzten Aufeinandertreffen zwischen den Prostituierten und dem Traditionsverein von 1909 raus und kopiere ihn, denn eigentlich trifft alles, was ich über das Spiel am 12.03.2011 geschrieben habe auch auf den zweiten Spieltag zu, mit einigen teils schönen, teils unschönen oder gar peinlichen Ausnahmen.
Doch von vorne. Um 8.15 Uhr brachte uns die motorisierte Neuanschaffung des Schreiberlings in die Bierhauptstadt, von wo es mit einer schlappen Verspätung von 30 Minuten mit dem „FA-Bus powered by Evonik“ in die Rhein-Neckar Metropole ging. Jede Saison aufs neue ist dieser Trip ein Traum von Fahrt, die irgendwo im Nirgendwo urplötzlich vor einem lieblos dahin gezimmerten 08/15-Bau endet. Das Beste an diesen Spielen ist jedes Mal das Zusammentreffen der Busse vor dem Eingang, der recht nette Gästeblock und dieses Mal das sommerliche Sahnewetter. Herrlich, endlich mal wieder in kurze Hose und Trikot (ne wat kuttig) im Block zu stehen. Die knapp drei Stunden im Block dürften die UV-Einstrahlung des gesamten Julis erreicht haben.
Das wars dann aber auch schon fast mit dem Positiven. Nachdem die ersten Melodien und Schmährufe das zu diesem Zeitpunkt noch fast völlig verwaiste Stadion. Die „Bitburger-Fankurve“ erinnert stark an die Präsenz der alten Nordkurve-Leverkusen, bis 30 Minuten vor Anpfiff war fast nichts zu sehen. Für die Choreo wird man sich bei Dietmars Jüngern wohl feiern, aber das einer der großartigsten Bud Spencer-Filme im Zusammenhang mit dieser Kurve genannt wurde, lässt mich vor Scham erröten. Das soll’s an dieser Stelle dann auch schon über diese „Fankurve“ gewesen sein. Nichts Neues auf dieser Seite der „Wirsol-Rhein-Neckar Arena“.
Dafür auf der Gegenseite. War unser Auftritt letzte Saison noch eher im unteren Stimmungsbereich anzusiedeln, gestaltete sich die Stimmung heute in der zweiten Halbzeit nah dem Maximum. Die Mannschaft wurde nach vorne gepeitscht, 3000 Borussen sangen sich zeitweise in regelrechte Ektase – nur genutzt hat es alles nichts. Wieder reichte dem seelenlosen Kunstverein eine Szene zum „hart umkämpfen, aber nicht unverdienten“ 1:0 Sieg. Immer dasselbe im dem Pissding an der A6.
Höhepunkt der ätzenden Aufenthalts im Kundendorf war dann ein Hoffenheimer Neuzugang der chinesischen Art: Die neuen Störgeräusche durch die Boxen im Gästeblock während den Meinungskundtuungen gegen den Schlächter des deutschen Fußballs. Wie verstrahlt kann man eigentlich sein, sich selbst das Recht zur Unterdrückung freier Meinungsäußerung einzuräumen? Ein Hoch auf die Demokratie am Tag des Mauerbaus von vor 50 Jahren. Onkel Hopp hats verstanden wie man mit Kritikern des Systems umzugehen hat.
Die Pressemitteilung der TSG zu den Störgeräuschen folgte heute und könnte angesichts der folgenden Fotos von Käpt’n Blaubär persönlich verfasst worden sein:
Original Pressemitteilung 1899 Hoffenheim:
Die TSG 1899 Hoffenheim hat zu keinem Zeitpunkt weder Hochfrequenztöne noch sonstige Beschallungen einzelner Tribünenbereiche im Rahmen des Bundesligaheimspieles gegen Borussia Dortmund über die Beschallungsanlage der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena vorgenommen und wird dies im Übrigen auch unter Verweis auf die DFL Spielordnung und die Grundsätze des Fairplays auch zukünftig nicht tun. Wir wurden von vereinzelten Gästen im Nachgang des gestrigen Spieles davon in Kenntnis gesetzt, dass offenbar ein Zuschauer eine lautstarke Fanfare als Fanutensil ins Stadion eingebracht und diese insbesondere – nicht aber ausschliesslich – bei diffamierenden Gesängen der Gästefans eingesetzt hat. Wir werden den Ordnungsdienst sensibilisieren, zukünftig ein besonderes Augenmerk auf das Einbringen von solchen Fanfaren zu legen.
Die Vorwürfe eines vorsätzlichen Handelns des Veranstalters sind haltlos. Die TSG 1899 Hoffenheim wird sich Ihrerseits weitere rechtliche Schritte vorbehalten.
Vielleicht kommt die Fanabteilung in dieser Angelegenheit mal ihrem ursprünglichen Handlungsauftrag nach, nämlich die Interessen der Fans zu vertreten, anstatt weiter unseren Hauptsponsor zu umgarnen!
Spielerisch konnte unser Mittelfeld dem aggressiven Pressing der Hopperschweine zu wenig entgegensetzen, siehe 26. Spieltag 2010/2011! Vorne wurden die zahlreich vorhandenen Chancen nicht genutzt – entweder stand der dem Prinzip „einheimische Jugendspieler“ entspringende Tom Starke oder das Aluminium im Weg. Gündogan konnte keine Ruhe ins Spiel bringen, seine Männer nicht richtig in Szene setzten und die gefeierten Götze und Kagawa konnten der Dauerbewachung nicht entwischen, hatten dementsprechend einen gebrauchten Tag. Einzig Robert Lewandowski und die später eingewechselten Perisic und Kuba sorgten nochmal für Dampf, aber wie schon beim letzten Aufeinandertreffen fehlte zu schlechter Letzt auch das nötige Glück.
So ging auch dieses Spiel in der Einöde wieder mal mit Pöbeleien gegen das Projekt und einer Niederlage zu Ende. Fast schon resignierend ging es zurück zum Bus, wo zwei entfernte Verwandte mal wieder die Asozialität der Bichschweine repräsentierten und zum Dank für die Versorgung mit warmen Kaltschorlen mein Entspannungsmittel zerstörten! Sterbt!
Irgendwann erreichten wir dann dank Evonik wieder das Westfalenstadion und noch ein weniger später die Hauptstadt der Kulturen.
Zum Auftakt kam mit dem Hamburger Sportverein nicht nur einer der größten Traditionsvereine, sondern auch eine der sympathischsten Fanszenen in die Bierhauptstadt. So sind die Hamburger gemeinsamer Partner für die Aktionen “Kein Zwanni” und mit ihrem Supports-Club Vorreiter in Sachen Fanarbeit im Gesamtverein, über 40.000 Mitglieder machen es möglich. Zahlen und Leistungen, die eines Tages hoffentlich auch die BVB-Fanabteilung aufweisen kann.
1. Halbzeit
Kreativ und bunt läuten beide Seiten die neue Spielzeit ein. Zusätzlich zur Zeremonie der Deutschen Fußball-Liga(DFL) eröffnen die Fans die Saison auf ihre Weise: Im Süden mit einer Choreo der DESPERADOS, im Norden mit der Aufforderung an die zuletzt enttäuschenden Rothosen “Leidenschaft und Kampf – statt Erfolg auf Krampf”. Gerade die Aktion auf der Süd stellte das Rahmenprogramm der Liga da doch deutlich in den Schatten, eine sehr schöne Aktion einer Gruppe, von der man schon lange nichts mehr in diesem Bereich gesehen hat.

Wie schon in Sandhausen, bietet der Deutsche Meister auch zum ersten Kampf um drei Punkte eine deutlich veränderten Mannschaft auf. So fällt dieses Mal Neven Subotic kurzfristig mit einem Faserriss im Adduktorenbereich aus, für ihn fängt Santana neben Hummels an.
Mit einem lauten “Deutscher Meister ist nur der BVB” geht es auf der Südtribüne los, Schiri Brych pfeift an. Ab sofort dürfen wir uns Titelverteidiger schimpfen. Sportlich starten unsere Jungs schwunghaft. Erst Hummels, kurze Zeit später Lewandowski, die ersten Ansätze von Tormöglichkeiten und ein ordentlicher Drang nach vorne. Bis zur 16. Minute hält der HSV unserer Offensivabteilung stand, dann versenkt der Dortmunder Jung Kevin Großkreutz eine wunderbare Vorarbeit von Mario Götze zum 1:0 für den Meister. “Wir sind alles Dortmunder Jungs” feiert die Süd.
Druckvoll von Beginn an
Schon am ersten Spieltag der neuen Saison läuft das Spiel der Schwarz-Gelben nahezu wie geschmiert. Subotics Ausfall ist kaum zu merken, hinten sichert auch das Duo Santana-Hummels souverän ab. Debütant Chris Löwe konzentriert sich, anders als noch im Pokal, erst mal vorwiegend auf die Defensivarbeit, während Piszcek spätestens mit dem 1:0 auch offensiv wieder heiß läuft und den Pfostenschuss von Kagawa (22.) herrlich vorbereitet. Das Prunkstück der Borussia scheint aber dieses Jahr das offensive Mittelfeld zu werden. Herrlich, wie Gündogan in der Sahin-Rolle, Götze auf rechts und Kagawa zentral zaubern.
Gerade der Japaner scheint momentan von keinem zu stoppen zu sein. Einmal Pfosten, einmal knapp daneben, immer unter Dampf und anspielbereit, der Junge macht einfach Spaß, kaum vorstellbar das wir wirklich eine gesamte Rückserie auf ihn verzichten konnten.
Der zweite Akt des Meisterspektakels findet in der 30. Spielminute seinen Höhepunkt. Götze, Lewandowski, Hacke, Götze durch, Lupfer – 2:0. Herrlich. Das Resultat für den Schreiberling dieses Textes: Böse Blicke von den Kollegen auf der Pressetribüne beim Torjubel, die journalistische Neutralität erlaubt keine Gefühlsausbrüche. Aber bei solchen Toren muss man auch mal aus rauskommen dürfen.

“Borussia, Borussia BVB”, das Stadion steht Kopf und jubelt. Die erste Halbzeit ist kaum vorbei, da scheint das Spiel schon entschieden und unsere Jungs spielen in meisterlicher Frühform. Zeichen der spielerischen Dominanz: Beim HSV wird der eigentlich rechts stürmende Guerrero schon nach 40 Minuten gegen Ben-Hatira ausgewechselt.
Auf die Stimmung hat diese Dominanz hingegen eine leicht negative Wirkung. 12 und 13 versuchen alles, aber die übrige Tribüne steigt kaum mit ein, dabei kann selbst der oft kritisierte Ultra-Singsang nicht ausgemacht werden. Die Masse scheint es vor Ergötzung am Spiel die Stimme verschlagen zu haben. Auf Hamburger Seite singt man tapfer gegen die Unterlegenheit der eigenen Mannschaft an.
2. Halbzeit
Mit dem Banner “Die DFL liebt die Show – Wir lieben den Fussball” startet die Süd in Halbzeit zwei. Die Aussage: Eine unmissverständlichen Kritik an die Liga und ihren Versuch, die Saisoneröffnung zum Show-Spektakel zu machen.
Sportlich setzt die Klopp-Elf der ersten Halbzeit gleich zu Beginn die Krone auf. Unstopable-Mario-Götze im perfekten Zusammenspiel auf Rechtsaußen, Querpass und ein 23 Jähriger aus Dortmund Eving steht goldrichtig, stochert den Ball im zweiten Versuch über die Linie und erzielt sein Saisontor Nummer 2 – Drei zu Null nach 49 Minuten für unseren BVB! Und 75.000 Deutsche Meister stehen, die Laola rauscht zum durch das Stadion.
Der neuformierte HSV ist an diesem Abend kein Gegner auf Augenhöhe . Die Abwehr rund um den ehemaligen Blauen Westermann wirkt schwerfällig und langsam, besonders für unsere überfallartig schnellen Kombinationen. Vorne mühen sich Petric, Elia/Jansen und Guerrero/Ben-Hatira, doch das Aufbauspiel wirkt nicht eingespielt und ungenau. So kommt es, dass die beste Chance auf ein Tor, zu diesem Zeitpunkt muss man bereits von einem Ehrentreffer schreiben, bis zur 54. Minute auf sich warten lässt. Dann grätscht Petric eine Hereingabe von links knapp neben das Tor.
Laute Hamburger – normale Südtribüne

In der Folge könnte man meinen, die Divise hieße “Kräfte schonen für die lange Saison”. Ganz gemächlich spielen die elf Borussen ihren Stiefel runter. Ähnlich tuen es die Fans. Mal mehr, mal weniger laut feiert das Stadion den gelungenen Saisonstart. Einzig das unsäglich “Scheiße 04″ will da nicht so ganz reinpassen, Derby ist schließlich erst im Herbst. “Wenn wir schon das Spiel verlieren, rocken wir wenigstens den Gästeblock”, dachten sich wohl die knapp 5000 Hamburger und wurden elf Minuten vor Schluss mit dem Ehrentreffer durch den eingewechselten Tesche belohnt. Der kurze Wackler weckte nicht nur die Borussen auf dem Platz nochmal auf, sondern auch die Süd gab daraufhin nochmal Dampf und sang den Meister zum letztlich ungefährdeten und kunstvollen 3:1 Erfolg.
Die Saison ist noch lang, aber dieser erste Auftritt unserer Truppe macht deutlich: Mit Borussia Dortmund ist auch 2011/2012 zu rechnen. Für den HSV und seiner neuformatierten Mannschaftwar unser eingespieltes Team sicherlich der schlechtmöglichste Auftakt-Gegner. Die schnellen und selbstsicheren Kombinationen war pures Gift für den Selbstfindungsprozess der Hansestädter.
Stimmungsmäßig gibt es, wie schon nach dem Sandhausen-Spiel berichtet, noch reichlich Potential. Im Vorfeld hatte THE UNITY im Vorspiel von einer “hohen Messlatte” die wir Fans in der letzten Saison gelegt haben geschrieben. Zum ersten Saisonspiel konnte diese Messlatte nach einem starken Start nur noch selten erreicht werden. Der Gästeanhang hielt zwar nicht mit unserer choreografischen Einleitung mit, rockte dafür aber gerade nach dem aussichtlosen Rückstand von null zu drei mächtig die Nordtribüne, stark!
Unser erstes Pflichtspiel, nach 77 Tagen der borussiafreien Zeit ging es endlich wieder los. Aufstehen, Sachen packen, zum Stadion fahren, in den Bus steigen und die Kilometer abreißen um unseren Verein in der Fremde zu unterstützen. Mittlerweile traditionell ging es für uns zum ersten Spiel der Saison in den Süden zu einem niederklassigen Dorfverein. Zum dritten Mal musste der BVB nun schon in der ersten Runde in den südlichen Teil der Republik, langsam wird es langweilig – zumal mit mittlerweile sechs Vereinen aus Bayern oder Baden-Württemberg die Reiseroute über die A3 sowieso schon oft genug angesteuert werden muss. 2011 also nach Sandhausen. Irgendwo im Nirgendwo hinter Heidelberg, in der Region des hopp’schen Reagenzglas-Vereins. 380 Kilometer hin und wieder zurück, endlich hat der Samstag wieder einen Sinn.
Um 13 Uhr versammelte sich die Bustruppe der Fanabteilung am Stadion um die knapp vier Stunden mit dem altbewährten Unternehmen unseres Vertrauens in zwei Reisebussen anzutreten. Eine unspektakuläre Fahrt über die Fandrehscheibe der deutschen Autobahnen und einige Wald- und Wiesenwege später, erreichten der FA-Mob das Hardtwaldstadion. Besonders das Wort „Wald“ passt bestens zur Heimat des SV Sandhausen. Mitten im Wald wurde dort das alte Stadion an diesem Abend durch zwei Extra-Stahlrohrkonstruktionen auf der Haupttribünen-Seite zu einem 11.500 fassenden „Schmuckkästchen“ erweitert. Ansonsten erwarten den Besucher eine weitere, komplette Stahlrohrtribüne hinter dem Tor, auf dem normalerweise die Gäste untergebracht sind, beim Pokalspiel wurden hier lediglich die überteuerten Gästesitzplätze in der hintersten Ecke für BVB-Fans geöffnet. Der Rest der Tribüne war ein bunter Mix, neben BVB- und Sandhausen-Trikots konnten auch St. Pauli-, Bayern- und Kaiserslautern-Shirts ausgemacht werden.
Die Gegentribüne erstrahlte hingegen geschlossen in den schönsten Farben der Welt. Auf Höhe der Mittellinie platzierten sich die beiden Ultra-Gruppen „JuBos“ und „THE UNITY“ und versuchten von dort die Stimmung im Gästeblock zu koordinieren. Dank des großzügigen Platzangebots Seitens des SV Sandhausen stellt sich dieses Vorhaben als äußerst schwierig heraus, erstreckte sich die schwarz-gelbe-Fanmasse über den angesprochenen Sitzplatzbereich auf der XX-Tribüne, über die stehende Gegengerade bis hin zur zweiten Hintertortribüne, die nochmal zu 50% mit Borussen gefüllt wurde. Insgesamt dürften es letztlich rund 4000 Dortmunder im Wald gewesen sein. Die Stimmung, so viel sei vorweggegriffen, schwankte im Laufe des Spiels zwischen begrenzt lautem Dauersingsang und geschlossenen Hüpfeinlagen zu den altbekannten Gassenhauern. Ein recht ordentlicher Auftritt der Dortmunder Fans, angesichts des breit gestreuten Gästeblocks und unspektakulären Spielverlaufs. Denn genau wie unsere Fans den wenigen Sandhausenern auf den Rängen keine Chance ließen, so spielte auch unser Meisterteam den Drittligisten stellenweise an die Wand.
Mit Chris Löwe, Robert Lewandowski und Sebastian Kehl als Ersatz für die verletzten Marcel Schmelzer, Lucas Barrios und Manfred „Manni“ Bender, sowie Ilkay Gündogan für den abgewanderten Nuri Sahin, startet eben dieses Meisterteam auf vier Positionen verändert in die neue Saison. Eine Menge Änderungen, wenn man die Tatsache beachtet, dass außer Nuri kein Leistungsträger uns verlassen musste. Das Verletzungspech huns aber leider schon zu Saisonbeginn mal wieder heimgesucht – hoffen wir, dass Manni und Marcel bis zum Bundesligabeginn am kommenden Freitag wieder fit sind.
Doch die Elf, die letztlich unsere wunderbaren Farben irgendwo im Nirgendwo verteten durften, die taten dies, als würden sie alle seit Jahren Bestandteil dieser Truppe sein. Über den gesamten Spielverlauf konnten für den SVS ganze vier Torchancen notiert werden, wovon auch nur zwei wirklich Gefahrenpotential hatten. Eine reife Leistung unserer Abwehrreihe, in der ausgerechnet der Neuzugang der auffälligste und agilste Mann war. Chris Löwe nutzte die ihm gebotenen offensiven Freiräume immer wieder aus und stieß mit nach vorne. Dass es letztlich nicht für eine Torvorlage durch eine der zahlreichen Flanken reichte, ist dem einzigen Kritikpunkt an Löwes Spielweise geschuldet: Genauigkeit. Aber erinnern wir uns: Auch Lucasz Pisczek war nicht vom ersten Spiel an der geborene Flankenschläger, nur um letztlich die meisten Assists durch Flanken bundesligaweit gehabt zu haben.
Auch die übrigen Veränderungen der Startformation brachten das Spielsystem-Klopp nicht durcheinander. Kehl brachte sich altbewährt als Führungsspieler und zweikampfstarker Leader in die Bender-Position ein, während Gündogan schon erste Sahin-Ansätze versprühen ließ, deren Höhepunkt die sensationellen Vorarbeit des 2:0 darstellte. Ansonsten bestach der gebürtige Falschstädter durch eine gute Übersicht und ordentliche Zweikampfwerte - eine runde erste Pflichtpartie.
Aber die meiste Vorfreude auf die kommende Saison dürfte wohl das Duo Kagawa-Götze gemacht haben. Der kleine Japaner wirbelte, als ob er nie ein halbes Jahr ausgesetzt hätte. Nun sollte auch der Letzte verstehen, weshalb Coach Klopp den Kurzen über den grünen Klee für seine starke Vorbereitung lobt. Götze hingegen hat nichts von seiner Quirligkeit und technischen Raffinesse verloren, gleichzeitig aber merklich an Körperstärke zugelegt. Wie er seine angeblichen 64 Kilogramm in so manchen Zweikampf stellte, verdient ein Extralob.
Vorne überzeugte Robert Lewandowski gegen die enggestaffelte Abwehrkette des Gastgebers als Vollstrecker. Zunächst nach wunderbarem Zuspiel von Kagawa zum 1:0 und schließlich kurz vor Schluss nach einem kolossalen Abwehrfehler zum Endstand.
Die eingewechselten Leitner, Kuba und Perisic (für Gündogan, Großkreutz und Götze) reihten sich in die geschlossen souveräne Mannschaftsleistung ein, auffällig wurde nur Perisic nochmal, der das 3-0 durch einen starken Antritt gegen die gesamte linke Abwehrseite des SVS vorbereitete.
Souverän ist ein gutes Stichwort für unser Spiel. Der Drittligist vorkroch sich von Beginn an in der eigenen Hälfte und versuchte, im Anschluss an einen Ballgewinn, auf Dortmunder Art überfallartig zu überraschen, was aufgrund einer starken Abwehrleistung nicht ein einziges Mal gelang. Wenn es doch mal eine Torchance für den SVS gab, resultierte diese aus Fernschüssen oder der ein oder anderen Nachlässigkeit im Dortmunder Aufbauspiel. Spätestens mit dem 2:0 war der Drops jedoch endgültig gelutscht und ein weiteres Kapitel im Buch „Dortmunder Pokalblamagen“ abgewendet.
Der erste Auftritt dieses Teams macht Lust auf mehr – und das ohne gleich drei Stammspieler. Schön zu sehen, dass Kevin seine alte Galligkeit beibehalten hat und sich weiter den A**** aufreißt, ebenso gut festzustellen, dass der oft verspottete Lewandowski weiterhin in feiner Regelmäßigkeit den Ball einnetzt und zu guter Letzt dürfen wir uns, wenn er hält was er durch seinen Auftritt am Samstagabend versprochen hat, auf einen saustarken Shinji freuen, der gemeinsam mit Mario Götze ein technisch perfektes Duo abgeben könnte.
Das „Pflicht erfüllt“-Gefühl nach dem Abpfiff war im Bus der Fanabteilung deutlich spürbar, ähnlich dürfte es auch im Mannschaftsbus gewesen sein. Die Konzentration für Fans und Mannschaft gilt nun dem Freitag. Da kommt der Hamburger Sportverein zum ersten Duell um drei Punkte ins Stadion an der Strobelallee und damit auch der erste echte Gradmesser – nicht nur für die Spieler, auch für uns Fans. Denn außer einem zweistelligen Mob an ganz harten Kerlen in der hintersten Ecke, hatte Sandhausen in der Kategorie Stimmung noch weniger zu bieten, als der traditionslose Erstligist wenige Kilometer nördlich des 10.000-Einwohner Kaffs



